KfW-Zuschuss. Wenn staatliche Förderung mehr Geld kostet als spart.

Der staatliche KfW-Zuschuss ist ein toller Anreiz für den Kauf einer Alarmanlage. Doch die Rechnung geht nur auf, wenn der ausgezahlte Zuschuss auch tatsächlich höher ist als der Betrag, den man zusätzlich investieren muss, um die Förderfähigkeit zu erreichen.

Maßgebend für die Förderfähigkeit einer Einbruchmeldeanlage ist in Verbindung mit der DIN-Norm 0833-3 insbesondere die Einhaltung des Grads 2 der DIN-Norm EN50131 in der neuesten Fassung. Die zum 01.01.2021 modifizierte Norm schreibt u. a. die Herstellung einer sogenannten Zwangsläufigkeit zwischen Alarmanlage und Schließvorrichtung (Haus-/ Wohnungstürschloss) verbindlich vor. Zwangsläufigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Öffnung einer Haus-/ Wohnungstür zwangsläufig blockiert ist, solange sich die Alarmanlage im geschärften Zustand befindet. Dies ist insbesondere sinnvoll, um Fehlalarmmeldungen an die Polizei durch versehentliches Öffnen von Türen oder Offenstehenlassen von Fenstern zu vermeiden und damit unnötige Einsatzkosten für die Ordnungskräfte zu verhindern.

Doch die Sache hat 3 Haken:

  • Zum einen erzeugt die Zwangsläufigkeit bei modernen Alarmsystemen mit Videoverifikation durch eine rund um die Uhr besetzte Notrufleitstelle keinen wirklichen Mehrwert. Denn kommt es zu einer versehentlichen Auslösung z. B. durch eine Fehlbedienung der Bewohner vor Ort, kann die Leitstelle anhand der erzeugten Videoaufnahmen den Auslösegrund in Echtzeit erkennen. Spätestens mit dem im unmittelbaren Anschluss erfolgenden Verifikationsanruf im Objekt können letzte Zweifel beseitigt werden. Dadurch wird die Meldung von Fehlalarmen an die Polizei und ein unnötiges Ausrücken der Ordnungskräfte auch ohne Zwangsläufigkeit zuverlässig verhindert.
  • Zum zweiten ergeben sich durch die Zwangsläufigkeit insbesondere in einer Paniksituation sicherheitsrelevante Bedenken. Kommt es trotz Alarmanlage zu einem Einbruch und befindet sich der Täter bereits im Objekt, bleibt die Tür blockiert und als Fluchtweg für Täter und Bewohner versperrt. Dies kann im schlimmsten Fall zu Täter-Opfer-Kontakten und Eskalationen vor Ort führen. Auch bei Ausbruch eines Brandes im Objekt heißt es zunächst: Bitte erst Alarmanlage ausschalten und dann durch die Tür flüchten.
  • Der dritte und wichtigste Haken ist jedoch der zusätzliche Aufwand, um eine Zwangsläufigkeit herzustellen. Die dazu notwendigen in die Tür einzubauenden Blockschlösser oder Funkzylinder sind nicht nur in der Anschaffung kostspielig. Auch der Einbau gestaltet sich zumeist aufwändig, da in der Regel Kabel unter Putz verlegt werden müssen, um die Schließvorrichtung mit Strom versorgen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass allein die Zusatzkosten für Anschaffung, Einbau und Renovierungsarbeiten den erhaltenen Zuschuss in der Regel deutlich übersteigen.

Mit anderen Worten: Am Ende besteht die Gefahr, dass Haushalte trotz bzw. wegen staatlicher Förderung unterm Strich mehr Geld ausgeben und dafür weniger Sicherheit erhalten.